Die letzte Ausgabe des „DOT.“ im Kalenderjahr 2025 hält noch einige große Highlights bereit. Welche Kinostarts wir uns diesmal vorgenommen haben und was ich zu diesem Reigen beitragen durfte.

Es ist an und für sich keine Selbstverständlichkeit, mit einem zugewiesenen Film auf der Titelseite zu stehen. Dass mir nun, nach „The Running Man“ in der letzten Ausgabe, zum zweiten Mal in Folge die Ehre zuteil geworden ist, ist natürlich wunderbar und eine Bestätigung meiner inzwischen fast dreijährigen Verbundenheit mit dem „PPH Media Verlag“ und der Redaktion des „DOT.“, für die ich überaus dankbar bin. Dass ich James Camerons neues episches Science-Fiction-Abenteuer, „Avatar: Fire and Ash“ (Seite 28), vorstellen und dann auch in einer exklusiven Pressevorführung vor Kinostart im „Dolby Cinema“ sehen durfte, zählt zu den großen Highlights des vergangenen Kinojahres. Jake Sully, Neytiri und ihre Familie kämpfen in diesem dritten Teil der „Avatar“-Saga nicht nur gegen die unverbesserlichen Menschen, die den Planeten unterjochen wollen, sondern auch gegen einen neuen, überaus feindseligen Asche-Clan, dessen Land von einem Vulkanausbruch zerstört wurde. Seit Mitte Dezember im Kino, und vor allem in 3D eine visuelle Wucht.

Mein anderer Beitrag in dieser Ausgabe – ja, diesmal sind es zwei – steht meiner Titelstory aber in nichts nach. Denn nicht nur habe ich mir fürs „DOT.“ das Historiendrama „Der Medicus II“ (Seite 42) vorgenommen, die Fortsetzung der Bestsellerverfilmung nach Noah Gordon aus dem Jahr 2013, sondern auch ein spannendes Interview mit der Hauptdarstellerin des Films, Emily Cox, geführt, die von den Dreharbeiten, ihren berühmten Kollegen und ihrer komplexen Figur, der intriganten Königin Mercia, erzählt.

Weitere Highlights der aktuellen Ausgabe, die derzeit in den Kinos zu sehen sind: der große Awards-Kandidat aus Brasilien, „O Agente Secreto (The Secret Agent)“ (Seite 32), in dem Kleber Mendonça Filho einen brillant aufspielenden Wagner Moura als in Ungnade gefallenen Universitätsprofessor nach Recife fliehen lässt, wo er während des Karnevals seine Flucht organisieren muss. Witzig, spannend, emotional. Ein Filmjuwel.

Ein Kultfilm der 1990er Jahre erhält eine Neuauflage. Kein Remake per se, sondern vielmehr eine metafiktionale Verbeugung vor einem „So-schlecht-dass-es-gut-ist“-Horrorfilm, wollen die beiden Comedy-Stars Paul Rudd und Jack Black ihren Lieblingsfilm „Anaconda“ (Seite 38) neu verfilmen. Dass es dabei völlig chaotisch zugehen wird, nun ja, das versteht sich von selbst. Unter der Regie von Tom Gormican spielen auch Steve Zahn, Thandiwe Newton, Daniela Melchior und der aus dem brasilianischen Oscar-Hit „Ainda Estou Aqui (Für immer hier)“ (2024) bekannte Selton Mello mit.

Drei Jahre nach seinem triumphalen Comeback samt Oscar als Bester Hauptdarsteller für „The Whale“ ist Brendan Fraser wieder ein gefragter Schauspieler. In der berührenden Tragikomödie „Rental Family“ (Seite 40) der japanischen Regisseurin HIKARI spielt Fraser aber einen arbeitslosen Schauspieler, der sich von einer Agentur engagieren lässt, einen gemieteten Freund oder ein Familienmitglied für Klienten zu spielen. Eine alleinerziehende Mutter „besetzt“ ihn als Vaterersatz für ihre Tochter Mia (Shannon Mahina Gorman), und nach anfänglichen Schwierigkeiten findet sich Frasers Philip immer besser in seiner neuen Rolle zurecht, bis die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.

Regisseur Paul Feig weiß, wie man schwarzhumorige Thriller mit starken Frauen inszeniert. Das bewies er bereits mit seinem Mystery-Thriller „A Simple Favor“ (2018) und dessen 2025er-Fortsetzung, in der Anna Kendrick und Blake Lively aufeinandertreffen. Nun nimmt er sich der Verfilmung eines Krimibestsellers von Freida McFadden an und schickt Sydney Sweeney zu einem schicksalhaften Vorstellungsgespräch bei Amanda Seyfried. Die mit einer dubiosen Vergangenheit belastete Millie will nämlich als „The Housemaid“ (Seite 41) bei der wohlhabenden Nina und ihrer Familie anheuern. Dass die nach außen hin freundlich und zuvorkommend wirkende Nina so ihre Geheimnisse hat und auch das Familienidyll mit Göttergatte Andrew (Brandon Sklenar) nicht das ist, was es scheint, ist nur die Spitze des Eisbergs. In der Tradition prickelnder Erotik-Thriller der 1990er Jahre verspricht „The Housemaid“ zwei Stunden spannende Unterhaltung mit irren Wendungen.

Gerard Butler eröffnet das neue Kalenderjahr wieder einmal mit einem neuen Action-Kracher. Nachdem der Endzeit-Thriller „Greenland“ 2020 aufgrund der COVID19-Pandemie im Großteil der Welt gar nicht in die Kinos kam, startet jetzt die Fortsetzung, „Greenland 2: Migration“ (Seite 46), in der er als Familienvater John mit Ehefrau Allison (Morena Baccarin) und Teenager-Sohn Nathan (Roman Griffin Davis) nach einem verheerenden Kometeneinschlag Zuflucht in einem Bunker in Grönland gefunden hat. Doch die Auswirkungen der Katastrophe auf die postapokalyptische Erde zwingen sie, erst nach England und dann weiter nach Frankreich zu fliehen, um zu einer sicheren Enklave zu gelangen, wo die Menschheit weiter fortbestehen kann.

Eine andere Art der postapokalyptischen Unterhaltung bietet Nia DaCosta, wenn sie Danny Boyles Horror-Schocker „28 Years Later“ (2025) fortsetzt. „28 Years Later: The Bone Temple“ (Seite 47) ist der zweite Teil einer neuen Trilogie aus der Reihe, die 2002 mit Boyles „28 Days Later“ begann und eine Welt zeigt, die von dem mysteriösen „Rage“-Virus infiziert wird und sich dadurch die meisten Menschen in blutrünstige Zombies verwandeln. Alex Garland zeichnet wieder fürs Drehbuch verantwortlich, und er und Regisseurin DaCosta werden dafür sorgen, dass Ralph Fiennes‘ Dr. Kelson, sein entfremdeter Sohn Spike (Alfie Williams) und Jack O’Connell als abgrundtief kranker Sektenführer Jimmy in einen neuen Albtraum geraten.

Eine andere Art von Albtraum ereilt einen aserbaidschanischen Mechaniker, als eines Tages ein iranischer Richter wegen eines Autounfalls seine Werkstatt besucht. Am Humpeln des Lenkers erkennt Vahid nämlich jenen Mann, der ihn einst im Gefängnis gefoltert hat. Aber Eqbal, wie er ihn nennt, streitet das vehement ab. Was nun? Jafar Panahi, iranischer Regisseur im Exil, findet dafür spannende, überraschende, und sogar humorvolle Antworten in „Yek Tasadof-e Sade (Ein einfacher Unfall)“ (Seite 48). Dafür gab es bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2025 die Goldene Palme.

Eine wahre Geschichte inspiriert Craig Brewer zu seinem neuen Film. Zwei begnadete, aber zunächst glücklose Sänger tun sich zusammen, um als Duo „Lightning & Thunder“ mit Coverversionen von Neil Diamond-Hits auf Tour zu gehen. Hugh Jackman und besonders Kate Hudson singen und spielen sich in „Song Sung Blue“ (Seite 50) die Seelen aus dem Leib.

Die nonbinäre Drehbuchautorin und Regisseurin Eva Victor schrieb sich die Hauptrolle einer Uniprofessorin, die das traumatische Erlebnis eines sexuellen Übergriffs aufarbeiten muss, selbst auf den Leib. Das Resultat, „Sorry, Baby“ (Seite 52) ist eine kraftvolle Charakterstudie, für die Victor jüngst bei den „Golden Globe Awards“ als beste Darstellerin in einem Drama nominiert war.

Einer der ganz großen Höhepunkte der Berlinale 2025, vor allem für mich persönlich, ist pünktlich zu Weihnachten heimlich, still und leise ins Kino gekommen. Lucile Hadžihalilović, Lebensgefährtin des französischen Enfant Terrible, Gaspar Noé, lässt Newcomerin Clara Pacini aus einem Waisenhaus ausbüxen, von wo aus sie sich in die Stadt begibt und in einer Lagerhalle zufällig zu den Dreharbeiten von „Die Eiskönigin“ stößt. Die enigmatische Hauptdarstellerin, Cristina (Marion Cotillard), nimmt das Mädchen unter ihre Fittiche – mit dramatischen Folgen. „La tour de glace (Herz aus Eis)“ (Seite 54) ist düsteres Arthouse-Kino vom Feinsten. Für eine besondere künstlerische Leistung wurde das kreative Ensemble mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Einer der ganz großen Oscar-Favoriten des Jahres steht Mitte Januar auf dem Programm: fünf Jahre nachdem Chloé Zhao mit ihrem naturalistischen Road-Movie „Nomadland“ Oscars für den besten Film und – als erst zweite Frau überhaupt – Regie entgegennehmen durfte, meldet sie sich mit einem besonders emotionalen Drama zurück. Maggie O’Farrell stellte sich in ihrem Roman „Hamnet“ (Seite 55) vor, wie William Shakespeare (Paul Mescal) und seine Frau Agnes (Jessie Buckley) den Verlust ihres Sohnes Hamnet verarbeiten. Ähnlich wie die wesentlich beschwingtere romantische Komödie „Shakespeare in Love“ (1998) von John Madden geht es hier um eine fiktionale Version des Barden, der die Umstände seines Lebens in seine Kunst einfließen lässt und dadurch eines der bekanntesten und meistzitierten Stücke der Geschichte schreibt. Nicht nur für Awards-Prognostiker und Arthouse-Fans zu empfehlen!
Das neue „DOT.“-Magazin ist seit Donnerstag, 11. Dezember 2025, in allen Cineplexx- und Constantin-Film-Kinos, in allen Star Movie Kinos, in den Wiener Kinos Filmcasino & Filmhaus am Spittelberg, in den Stadtkinos Bludenz und Dornbirn, in allen McDonald´s Restaurants und im Wiener Donau Zentrum erhältlich. Digital nachlesen kann man es aber auch gleich hier: