Eine neue Ausgabe des Kino-, Musik- und Lifestyle-Magazins ist bereit, aufs neugierige Lesepublikum losgelassen zu werden. Die Highlights des Monats Oktober, mit einem besonderen Special.
Jenes besondere Special hatte ich bereits in meinem Artikel zum letzten „DOT.“ Anfang September angekündigt. Zuerst aber zu den Kinohighlights der kommenden Wochen.

Da tummeln sich nämlich gleich zwei Superschurken der Comicgeschichte, die in ihren eigenen Abenteuern eher als verkannter Protagonist bzw. unfreiwilliger Antiheld daherkommen. Den Anfang machen gleich ab 03. Oktober Warner Bros. und DC Films mit der mit Spannung erwarteten Fortsetzung zum Filmhit „Joker“ aus dem Jahr 2019: über eine Milliarde Dollar weltweiter Umsatz, der Goldene Löwe beim Filmfestival Venedig und zwei Oscars aus 11 Nominierungen für die schauspielerische Tour de Force des Joaquin Phoenix als anarchischer Killerclown und für die Filmmusik. Letztere spielt nun in der Fortsetzung „Joker: Folie à deux“ (Seite 34) eine besondere Rolle, denn die um einiges teurer produzierte Fortsetzung wartet nicht nur mit unerwarteten Musical-Einlagen auf, sondern bringt auch Pop-Superstar Lady Gaga mit, die als Jokers kongeniale Tanz- und Crime-Partnerin Harley Quinn auftritt. Die Rekorde, die der Marvel-Dauerbrenner „Deadpool & Wolverine“ über den Sommer für sich beansprucht hat, wird das ungleiche Paar zwar nicht erreichen, für abgründige Unterhaltung sollte aber gesorgt sein.

Und weil der Tanz so eine gute Überleitung bietet, gleich weiter zum anderen Superhelden-Blockbuster des Kinoherbsts. Spider-Mans Erzrivale Eddie Brock, der sich durch die Berührung mit einem außerirdischen Symbionten in das Monster „Venom“ verwandelt, bittet zum dritten und vorerst letzten Tanz: „Venom: The Last Dance“ (Seite 38). Kelly Marcel, die die Drehbücher der ersten beiden Filme verantwortete, die 2018 und 2021 ebenfalls im Oktober jeweils großen Publikumsandrang fanden, übernimmt hier erstmals auch die Regie. Tom Hardy darf sich hier noch einmal nach Herzenslust mit seiner monströsen anderen Hälfte kabbeln, während die beiden auf der Flucht vor ihrer beider Welten sind.

Dann sind da zwei Highlights des Animationskinos, die ebenfalls einiges gemeinsam haben. In beiden stehen ein bzw. mehrere mechanische Zeitgenossen im Mittelpunkt. In „Der wilde Roboter“ (Seite 56), einer ungewöhnlichen Robinsonade, strandet der titelgebende Roboter (im Original von Lupita N’Yongo gesprochen) auf einer unbewohnten Insel und wird zum ungewollten Beschützer einer verwaisten Ziege. Der Film wird von Kritikern und dem amerikanischen Premierenpublikum bereits als großer Erfolg gefeiert und gilt als heißer Anwärter auf den Oscar für den Besten Animationsfilm.

Auf der anderen Seite kehrt das bekannteste Roboter-Franchise zu ihren Wurzeln zurück: bevor Krawallmeister Michael Bay 2007 die „Transformers“ erstmals auf der Leinwand zum Leben erweckte, gab es bereits eine Zeichentrick-Serie sowie einen Film, für den niemand geringerer als Orson Welles seine unverkennbare Stimme lieh. Nun wagt sich Josh Cooley („Toy Story 4“) an ein neues animiertes Abenteuer: „Transformers One“ (Seite 57). Auch dieser Film, der die Vorgeschichte des erbitterten Konkurrenzkampfes zwischen Autobots und Decepticons auf deren Heimatplaneten „Cybertron“ schildert, hat bislang gute Kritiken erhalten.
Für Horrorfans gibt es die Fortsetzung des Überraschungshits aus dem Jahr 2022: „Smile 2“ (Seite 50). Der Vorgänger war ursprünglich nur für den Streamingdienst „Paramount+“ vorgesehen und hat erst kurzfristig einen Kinostart erhalten, der sich dann aber ordentlich bezahlt gemacht hat. Nun kehrt Autor und Regisseur Parker Finn mit einem neuen Albtraum zurück und lässt einen Popstar (Naomi Scott) langsam den Verstand verlieren. Und weil dämonisches Grinsen in der Familie liegt, mischt diesmal Ray Nicholson mit, Sohn von Schauspiellegende Jack Nicholson („The Shining“).

Die diesjährige Viennale (17. – 29. Oktober) wirft bereits ihre Schatten voraus: ein Programmhighlight, Pedro Almodóvars berührendes Euthanasie-Drama „“The Room Next Door“ (Seite 40) mit Tilda Swinton, Julianne Moore und John Turturro – Gewinner des Goldenen Löwen von Venedig – kommt bereits Ende des Monats in den regulären Kinobetrieb, eine kleine Programmvorschau gibt es ab Seite 62.
Nun aber zu meinen Beiträgen: zunächst die Neustarts. Der deutsche Starcomedian Christoph Maria Herbst wird in einer neuen Bestsellerverfilmung zu einem verschrobenen und zurückgezogen lebenden „Buchspazierer“ (Seite 54), dessen Leben durch ein quirliges junges Mädchen durcheinandergerät. „Hagen – Im Tal der Nibelungen“ (Seite 42) erzählt das legendäre Nibelungenlied aus einer anderen Perspektive und wartet für Kenner mit einigen Überraschungen auf. Und die italienische Regielegende Marco Bellocchio rollt einen längst vergessenen Kirchenskandal auf, an dem Steven Spielberg lange gearbeitet hat: In „Die Bologna-Entführung – Geraubt im Namen des Papstes“ (Seite 43) wird ein heimlich getaufter jüdischer Junge von seinen Eltern getrennt und unter die Obhut des Papstes gebracht.

Das große Highlight ist aber keine Neuvorstellung, sondern vielmehr die Hommage an ein legendäres und seit Jahrzehnten beliebtes Franchise. James Bond. In der Wiener METAstadt im 22. Bezirk findet zurzeit eine Ausstellung zu 60 Jahren Bond statt, für die die Macher der aufwendigen Agenten-Abenteuer Fahrzeuge (wie jenes aus „Casino Royale„, welches einen Weltrekord für die meisten Überschläge aufstellte, siehe oben), Requisiten, Gadgets und allerlei Hintergrundinformationen für ein staunendes Publikum zusammengestellt haben, die das Herz jedes Bond-Fans höherschlagen lässt. Zur Eröffnung der Ausstellung am, ja, 007. September, haben sich dafür auch eine Handvoll Stargäste die Ehre gegeben, die ich zu diesem Anlass interviewen und zu ihren Erinnerungen mit Bond befragen durfte: Schauspielerin Maryam D’Abo, die 1987 an der Seite von Timothy Dalton in „The Living Daylights“ auch in Wien drehte, Stuntkoordinator Lee Morrison, der an allen fünf Bond-Abenteuern mit Daniel Craig arbeitete und einige der spektakulärsten Actionsequenzen choreografiert hat und zuletzt die Stunts in „Dune: Part 2“ verantwortete. Und, was auch für mich ein großer Moment war, der legendäre Special-Effects-Supervisor Chris Corbould, der seit „The Spy Who Loved Me“ (1977) an insgesamt 15 Bond-Filmen gearbeitet hat und darüber hinaus an nahezu jedem Hollywood-Franchise beteiligt gewesen ist – „Alien“, „Superman“, „Star Wars“ und dem Marvel-Universum. Bekannt ist er vor allem aber für seine Arbeit mit Christopher Nolan an dessen „Dark Knight“-Trilogie und für seine Oscar-prämierten Effekte für dessen überragendes Science-Fiction-Drama „Inception“.
Das neue „DOT.“ im Printformat gibt es ab Donnerstag, 03. Oktober 2024, in allen Cineplexx- und Constantin Film-Standorten, Star Kinos, ausgewählten Programmkinos und McDonald’s-Filialen in ganz Österreich sowie hier: