Die Sommerausgabe des Kino-, Musik- und Lifestyle-Magazins, wie gewohnt mit meinen Beiträgen.
Der Sommer wird (hoffentlich) abwechslungsreich, (nicht allzu) heiß und ganz schön spannend. Wer einen Ausblick auf Konzerthighlights, Styling-Tipps, und natürlich die neuesten Kinoveröffentlichungen haben möchte, dem sei das neue „DOT.“-Magazin sehr ans Herz gelegt. Die Redaktion hat wieder ganze Arbeit geleistet, um die Filme vorzustellen. Sieben Beiträge dazu kommen von mir. Doch zuerst die Elefanten im Raum:

Kaum ein Film wird diesen Sommer sehnsüchtiger erwartet als der erste Kracher des Marvel-Universums seit neun Monaten. Ja, in der heutigen Filmindustrie sind neun Monate eine gefühlte Ewigkeit, und es wird auch weitere zehn Monate bis zum nächsten Marvel-Universum-Abenteuer dauern. Und das ist auch gut so. Qualität und Quantität des „MCU“ haben in den vergangenen Jahren, seit „Avengers: Endgame“, stark nachgelassen, mit Ausnahme von „Spider-Man: No Way Home“. Das kommende Action-Spektakel verspricht aber ein gewaltiges Feuerwerk an flotten Sprüchen, Blutspritzern und vierte Wand durchbrechende Gags zu werden. Der dritte Film der „Deadpool“-Reihe (Seite 34), die Disney von 20th Century Fox geerbt und sich einverleibt hat, wird der erste direkt vom Mouse-Haus veröffentlichte Film ausschließlich für Erwachsene sein – ein Meilenstein für das auf Familienfreundlichkeit erpichte Studio. Und wer wäre für diesen Anlass besser geeignet als der Sprüche klopfende Söldner, gespielt von Ryan Reynolds. Aber er ist nicht allein: Hugh Jackman kehrt tatsächlich noch einmal in seine inzwischen legendäre Superheldenrolle des „Wolverine“ zurück. Gemeinsam mischen Reynolds und Jackman das chaotische Marvel-Universum so richtig auf. Ab 26. Juli im Kino. Kinder unbedingt daheimlassen!

Einer der besten und originellsten Horrorfilme der letzten Jahre erhält seine Vorgeschichte: nachdem Regisseur und Hauptdarsteller John Krasinski mit seiner Ehefrau Emily Blunt 2018 den Überraschungshit „A Quiet Place“ abgeliefert hat, den er drei Jahre später, inmitten der globalen Corona-Pandemie nicht minder erfolgreich fortsetzte, überlässt er für das Prequel „A Quiet Place: Day One“ (Seite 41), der, wie es der Titel bereits verrät, die Alien-Invasion vom ersten Augenblick an zeigt, Michael Sarnoski die Regie, während Krasinski auch hier wieder am Drehbuch mitgearbeitet hat. Diesmal geraten Lupita Nyong’o, Joseph Quinn, Djimon Hounsou und Alex Wolff in tödliche Gefahr – und müssen ab dem 27. Juni mucksmäuschenstill sein.

Mitte der 1990er Jahre gab es eine wahre Flut an erfolgreichen Katastrophenfilmen, die auf beklemmende Weise mögliche Endzeitszenarien wie eine Alieninvasion („Independence Day“, 1996), Vulkanausbrüche („Dante’s Peak“, „Volcano“, beide 1997) und Asteroideneinschläge („Deep Impact“, „Armageddon“, beide 1998) dramatisierten. Einer dieser Filme wird nun 28 Jahre später fortgesetzt: „Twisters“ (Seite 45) bringt die verheerenden Tornados zurück, die Regisseur Jan de Bont damals so eindrücklich eingefangen hat. Helen Hunt und Bill Paxton spielten damals wagemutige Wissenschaftler, die die Stürme studieren wollen – und dabei fliegenden Kühen und Häusern ausweichen müssen. Für den neuen Film versammelt Lee Isaac Chung ein neues Ensemble an Forschern, angeführt von Daisy Edgar-Jones, Glen Powell und Anthony Ramos. Ab dem 19. Juli heißt es festhalten.

Meine Beiträge dieser Ausgabe: Fede Álvarez bringt ab 15. August das gefürchtetste Weltraummonster der Filmgeschichte ins Kino zurück: in „Alien: Romulus“ (Seite 40) wird eine Gruppe junger Allnomaden auf eine verlassene Raumstation gelockt, wo bereits ein weiterer Xenomorph auf sie wartet. Cailee Spaeny führt die Besetzung an. Der Film spielt zeitlich zwischen den beiden legendären ersten Filmen von Ridley Scott (1979) und James Cameron (1986).

Ebenfalls zurückkehren wird eine lebende Legende des Westerngenres: Kevin Costner, der das siebenfach Oscar-prämierte Epos „Dances with Wolves“ (1990) verantwortete und mit „The Postman“ (1997) und „Open Range“ (2003) dem Wilden Westen der Zukunft und Vergangenheit treu geblieben war, meldet sich mit dem ersten Kapitel einer überaus ambitionierten vierteiligen Filmreihe zurück. „Horizon: An American Saga“ (Seite 42) feierte seine Weltpremiere in Cannes und soll ab dem 22. August die Zuschauer auf eine Reise durch den amerikanischen Bürgerkrieg mitnehmen. Costner selbst, Sienna Miller, Sam Worthington, Danny Huston, Luke Wilson und viele, viele mehr geben sich die Ehre. Teil 2 ist vorläufig für Anfang November eingeplant.

Was die Cowboys im Wilden Westen des 19. Jahrhunderts waren, sind Motorradfahrer Mitte des 20. Man denkt dabei natürlich sofort an Dennis Hopper und Peter Fonda in „Easy Rider“ (1969), oder in jüngerer Vergangenheit die von Charlie Hunnam angeführten „Sons of Anarchy“. Filmemacher Jeff Nichols ließ sich vom kultigen Fotobuch „The Bikeriders“ (Seite 41) aus dem Jahr 1967 von Danny Lyon inspirieren und gibt seinem Drama gleich den Titel. Tom Hardy gründet in den 60ern eine kleine, familiäre Gang, die er später an Austin Butler übergeben will, dessen Loyalität zu Freunden und Ehefrau (Jodie Comer) auf die harte Probe gestellt wird, zumal die Gang immer größer und brutaler wird. Einer der interessantesten Titel des Sommers, den man im Auge behalten sollte. Startet schon am 20. Juni.
Für Fans feinfühliger Arthouse-Dramen gibt es ab 12. Juli die unverwüstliche Isabelle Huppert auf Lesetour in Japan, die mit dem Geist ihres verstorbenen Ehemanns konfrontiert wird und eine neue Liebe findet: „Madame Sidonie in Japan“ (Seite 44).
Um einiges lustiger geht es andernorts in Bhutan im Herzen des Himalayas zu: in dem buddhistischen Königreich geht nämlich die Frage um „Was will der Lama mit dem Gewehr?“ (Seite 44). Wenn westliche Gepflogenheiten über das friedfertige Volk hereinbrechen, darf ab 1. August gelacht werden.
Düsterer und brutaler geht es im dänischen Historiendrama „King’s Land“ (Seite 52) ab 18. Juli zu. Dann will nämlich Mads Mikkelsen als schweigsamer, einsamer Siedler eine Kommune im jütländischen Heideland errichten, zum Missfallen eines skrupellosen Landherrn. Im Wettbewerb von Venedig 2023 vertreten und mit dem Europäischen Filmpreis für den besten Darsteller (Mikkelsen) ausgezeichnet.
Und schließlich noch ein Film, der eigentlich bereits für Januar 2024 geplant war und von mir in der Jubiläumsausgabe des „DOT.“ im Dezember präsentiert wurde: die sommerliche Familienkomödie „Alles Fifty Fifty“ (Seite 54). Moritz Bleibtreu und Laura Tonke als Patchwork-Eltern, die sich für die Erziehung ihres verwöhnten Sohnemanns zusammenraufen müssen und alte Gefühle ausgraben. Passt eben doch besser zum Spätsommer ab 29. August als in den tiefen Winter.
Das neue „DOT.“ im Printformat gibt es ab Donnerstag, 20. Juni 2024 in allen Cineplexx- und Constantin Film-Standorten, Star Kinos, ausgewählten Programmkinos und McDonald’s-Filialen in ganz Österreich sowie hier: