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Der bizarrste, ungewöhnlichste und rätselhafteste Film des letzten Jahres. Was zum Henker geht hier eigentlich vor?

Bertrand Bonello („Coma“ [2022]) stellt einen neuen Film vor. Léa Seydoux und George MacKay spielen die Hauptrollen. Was kann da eigentlich schiefgehen? „La Bête“ ist eine lose Verfilmung der Kurzgeschichte „The Beast in the Jungle“ von Henry James, einem der bedeutendsten angloamerikanischen Schriftsteller zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es ist nicht einmal die einzige Verfilmung dieses Stoffes 2023, denn der österreichische Regisseur Patric Chiha kam Bonello um einige Monate zuvor. Nicht, dass Henry James jemals aus der Zeit gefallen zu sein scheint – dachte sich jedenfalls Bonello, dessen Version ein ambitioniertes Science-Fiction-Drama geworden ist, das sich auf drei verschiedenen Zeitebenen bewegt.

Nun, worum geht es hier eigentlich? Im Jahr 2044, das weitgehend von künstlicher Intelligenz beherrscht wird, müssen Menschen, wenn sie anspruchsvollere Jobs bekommen wollen, ihre DNA reinigen lassen, weil die KI der Meinung ist, dass Emotionen für effiziente Arbeitsleistung hinderlich sind. So unterzieht sich Gabrielle (Léa Seydoux) dieser Prozedur und wird mit zwei Versionen ihrer selbst konfrontiert: 1910 ist sie mit einem Puppenfabrikanten verheiratet und selbst eine begabte Pianistin, die von Arnold Schönberg inspiriert ist. Sie trifft auf einen geheimnisvollen Mann (George MacKay), mit dem sie eine mysteriöse Verbindung hat. Im Jahr 2014 lebt Gabrielle als aufstrebende Schauspielerin und Model in Los Angeles und hütet das Haus eines abwesenden Geschäftsmanns. Eines Abends begegnet sie Louis, einem verklemmten, glücklosen jungen Mann, der Videos von sich online stellt, die sein angeknacktes Ego zur Schau stellen und mörderische Tendenzen offenbaren – bald schon lauert er vor Gabrielles Haus. Welche Verbindung besteht zwischen den Beiden, die die Zeiten zu überdauern scheint?

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Nun, diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Überhaupt wirft der Film von Minute zu Minute immer mehr Fragen auf, bis die ganze Wucht der völlig abstrusen und mit grotesken Ideen und Bildern überladenen Geschichte wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Bonellos Versuch, David Lynch nachzueifern, muss man ihm erst einmal hoch anrechnen. Doch während Filme wie „Mulholland Drive“ (2001) ihre Spannung konstant aufrechterhalten können und Lynch es versteht, seine Geschichten mit exzentrischen Figuren zu bevölkern, die eine gewisse Faszination auf ihre Zuschauer ausüben, so bleibt hier nur gähnende Leere. So talentiert die beiden Hauptdarsteller auch sind, und so gut auch die Chemie zwischen ihnen zu stimmen scheint, so schwer fällt es einem, auf Dauer mit ihnen mitzufiebern, vor allem wenn man nicht weiß, ob man sie bewundern oder bemitleiden soll.

Albtraumhaft-surreale Geschichten auf hohem Niveau zu erzählen, ist nicht jedermanns Sache. Dieser Versuch scheitert jedenfalls kläglich. Was man dem Film aber schließlich doch zugutehalten darf, ist der wohl abgefahrenste und ungewöhnlichste „Abspann“ der Filmgeschichte.

Wertung: einer von vier Sternen!

Trailer:

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