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ACHTUNG: Der folgende Text bespricht ausführlich den Film „Wasp Network“ von Olivier Assayas und kann daher einige wichtige Handlungselemente vorwegnehmen. Wer den Film also noch nicht gesehen hat und nicht gespoilert werden möchte, sollte jetzt bitte nicht weiterlesen.

© 2019 Viennale. Alle Rechte vorbehalten.

In seinem neuen Film beschäftigt sich der französische Starregisseur Olivier Assayas mit einem Stück Geschichte: Anfang der 1990er Jahre infiltrierte eine Gruppe Exilkubaner die Gegner der Kommunistischen Revolution unter Fidel Castro, die Terroranschläge auf beliebte Reiseziele verübte, um so dem Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen der karibischen Insel, erheblichen Schaden zuzufügen. Einer dieser Exilkubaner ist René (Édgar Ramirez), der gleich zu Beginn ein Flugzeug stiehlt und sich nach Miami absetzt, wo er sich einer Bewegung anschließt, die vornehmlich Castro stürzen und Kuba von seinem sozialistischen Regime befreien will. Dabei riskiert er, seine Frau (Penélope Cruz) und kleine Tochter zurückzulassen, die seine Beweggründe zwar nicht versteht, ihm aber nach langem Ringen vergibt und sogar – nach langen bürokratischen Hürden – in die USA folgt.

Dort hat sich René in der Zwischenzeit mit Juan Pablo (Wagner Moura) angefreundet, der in seiner Heimat einmal ein Star war und ebenfalls für das „Wespennetzwerk“, welches verzweifelte Kubaner auf der Flucht im offenen Meer rettet, sich aber auch als Drogentransport herausstellt, arbeitet. Er heiratet die hübsche Ana Margarita (Ana de Armas), verheimlicht ihr aber die wahren Hintergründe seines Jobs. Beide arbeiten mit einem Informaten des FBI zusammen, der der Behörde dabei helfen soll, den unbequemen Machthaber aus dem Weg zu räumen. Assayas spinnt in seinem zweistündigen Thriller einen durchaus spannenden Plot, der aber sehr schnell durch die Vielzahl an Charakteren und deren undurchsichtige Motive den Fokus verliert und sich labyrinthartig verschachtelt. Wer nicht gut genug aufpasst, verliert irgendwann den Überblick, wer denn nun auf welcher Seite steht und warum. Schade, denn „Wasp Network“ hat durchaus das Potenzial, ein spannendes Zeitdokument über eine der faszinierendsten Republiken der Welt zu sein. Auch die Besetzung ist durch die Bank namhaft: Edgar Ramirez, Wagner Moura – hier ohne Pablo Escobars Pornobalken unterwegs und dafür umso attraktiver -, Gael Garcia Bernal, Penelope Cruz und Ana de Armas, letztere ist sogar gebürtige Kubanerin. Der Schauplatz Kuba, der nach der zwischenzeitlichen Annäherung zwischen den USA und dem Inselstaat in der jüngeren Vergangenheit zu einem beliebten Ziel für Filmemacher geworden ist, macht auch hier eine blendende Figur.

„Wasp Network“ ist sicherlich kein schlechter Film über die Kubanische Revolution geworden, zu den besten gehört er aber auch nicht – was auch immer das heißen mag.

Wertung: zwei von vier Sternen!

Trailer:

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