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Interviewt am: 4. September 2024 in der Wiener metaSTADT

Aus gegebenem Anlass: Eröffnung der Ausstellung „Bond Action Vienna“ in der Wiener metaSTADT

Veröffentlicht: im DOT. Magazin Nr. 107 (2. Oktober 2024), Link: https://issuu.com/pphmediaverlag/docs/dot_107

Chris Corbould, Jahrgang 1958, ist eine lebende Special-Effects-Legende. Der Special-Effects-Supervisor gilt als absolute Institution in der Filmindustrie, und das seit fast 50 Jahren. Corbould begann seine Karriere im Alter von 19 Jahren bei – wie sollte es passender sein – James Bond: „The Spy Who Loved Me“ (1977). Seitdem hat er an allen weiteren Bond-Filmen mitgewirkt, bei „GoldenEye“ (1995), dem ersten Film mit Pierce Brosnan als Doppel-Null-Agent, war er erstmals als Supervisor tätig. Die inzwischen kultige Panzerfahrt zu Beginn des Films ging auf seinen Vorschlag zurück, weil die ursprünglich vorgesehene Motorradverfolgung zu jener Zeit Mitte der 1990er Jahre bereits im Überdruss in Actionfilmen zu sehen war.

Aber Corbould ist nicht nur für die hochklassige und auf praktische Arbeit ausgelegte Effektarbeit an den James Bond-Filmen bekannt. Er hat an allen großen Franchises der Filmgeschichte mitgearbeitet. Beispiele gefällig? „Superman„, „Alien„, „The Mummy„, „Tomb Raider„, „X-Men„, „Star Wars“ und zuletzt auch das „Marvel Cinematic Universe„. Das Highlight seiner Karriere dürfte aber seine Zusammenarbeit mit Sir Christopher Nolan sein, für dessen „Dark Knight„-Trilogie rund um den Superhelden Batman er die Spezialeffekte beaufsichtigte. Für die bildgewaltigen, spektakulären und immer noch beeindruckenden Effekte in Nolans Meisterwerk „Inception“ (2010) gewann Corbould völlig verdient den Oscar.

Ein Interview mit solch einem renommierten Filmemacher zu führen, ist definitiv ein unvergesslicher und erhabener Moment für mich. Zumal Corbould ein echter britischer Gentleman ist. Trotz all seiner Errungenschaften und Erfolge ist Corbould stets bodenständig geblieben. Auf meine Anmerkung, dass es für mich das erste Mal sei, einem Oscar-Preisträger die Hand zu schütteln, meinte er, „Sehen Sie, wir sind auch nur aus Fleisch und Blut.“

In dem Gespräch, das 30 Minuten dauerte, ging es vor allem um seine Arbeit mit Spezialeffekten an den James Bond-Filmen. Corbould ist bekannt dafür, praktische Effekte anstatt unnötig viel CGI (Computer-generierte Bilder) zu bevorzugen. Das hat er mit allerhand Anekdoten aus seinen insgesamt 16 Bond-Produktionen illustriert. Sei es die zuvor erwähnte Panzerverfolgung aus „GoldenEye“ (1995) oder der spektakuläre, sechsfache Autoüberschlag aus „Casino Royale“ (2006), der 17 Jahre lang im „Guinness Buch der Rekorde“ vermerkt war oder zuletzt „No Time to Die“ (2021), in dem er Daniel Craigs 007 mit Madeleine Swann (Léa Seydoux) in seinem Aston Martin durch die Straßen von Matera rasen lässt. Gäbe es diese praktischen und mit Handarbeit bewerkstelligten Effekte nicht, hätte es auch keine Ausstellung mit all den originalen Autos, Gadgets und anderen Requisiten gegeben. So fühlt sich ein Rundgang durch den Ausstellungshangar für Corbould auch wie eine Zeitreise durch seine eigene Karriere an – denn Bond ist ein nicht ganz unerheblicher Teil seines beeindruckenden Lebenswerks.

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